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Versicherungen rund ums Haus - Ein Restrisiko bleibt immer

 16.03.2005   15:02 Uhr Foto: dpa   Versicherungen rund ums Haus Ein Restrisiko bleibt immer Grund- oder Überversorung? Welche Versicherungen der Immobilienbesitzer braucht und welche er sich sparen kann. Von Wiebke Schodder  
  Gäbe es eine Versicherung für Träume, sie hätte bestimmt eine hohe Abschlussquote. Für den Traum vom Eigenheim existiert sie, und tatsächlich verzichtet kaum ein Hausbesitzer darauf. Doch auch wer viele Versicherungen abschließt, muss mit einem Restrisiko leben. „Es gibt immer Schäden, gegen die man sich nicht versichern kann“, sagt der Hamburger Versicherungsmakler Carsten Münte mit Blick auf Sturmflut oder Ungezieferfraß. Wer aber unabhängig von diesen Spezialfällen einigermaßen beruhigt unter dem eigenen Dach wohnen will, sollte auf eine Grund-Absicherung nicht verzichten. Da es in Deutschland außer für den Fall eines Feuers keine Versicherungspflicht bei eigenen Immobilien gibt, muss der Besitzer – bei einer Kreditfinanzierung oft nach Absprache mit der Bank – selbst entscheiden, welche der zahlreichen Angebote er annehmen will. Grundsätzlich gilt, sich ein Paket zusammenzustellen, das sowohl das Haus oder die Wohnung abdeckt als auch einen eventuellen Schaden bei Dritten auf dem Grundstück. Feuer, Wasser, Wetter So ist nach Einschätzung von Carsten Münte unter anderem eine Gebäudeversicherung gegen Feuer-, Leitungswasser- sowie Sturm- und Hagelschäden wichtig. Und: „In hochwassergefährdeten Gebieten sollte man zusätzlich eine so genannte Elementarschadenversicherung abschließen.“ Zumindest dort, wo es noch möglich ist. Denn in bestimmten Rhein-Regionen weigern sich Versicherungen mittlerweile, einen finanziellen Schutz gegen die regelmäßig über die Ufer drängenden Wassermassen zu gewähren. Auch Rudolf Stürzer, Vorsitzender des Haus- und Grundbesitzervereins München, empfiehlt, sich unbedingt gegen Schäden durch die Natur abzusichern: „Vor allem Stürme haben in den letzten Jahren drastisch zugenommen – und der Trend wird sich noch verstärken. Da kann sich eine Versicherung schnell lohnen.“ Unterschied zwischen Ein- und Mehrfamilienhaus Neben dem Schutz des Gebäudes gehört zur Grundausstattung eines Sorglos-Pakets für die eigenen vier Wände eine Haus- und Grundstückshaftpflichtversicherung. Die kann sich gerade im Winter schnell auszahlen, wenn ein Spaziergänger vor der Haustür stürzt. Doch hier sei, so Münte, auch Vorsicht geboten: „Bei einem selbst genutzten Privathaus ist diese im Normalfall in der Privathaftpflichtversicherung enthalten.“ Der Schutz erhöht sich dadurch nicht, wohl aber die Kosten. „Und die können“, sagt Rudolf Stürzer, „abhängig von Gebäudewert und -lage bei einem Komplett-Versicherungs-Paket schon mal bei rund 1000 Euro pro Jahr liegen.“ Eingeschränkter Schutz vor Gericht Auch im Bereich der Rechtsschutzversicherungen werden schnell ein paar unnötige Euros bezahlt. Diese greift nämlich nicht, sobald es um Insolvenzen oder Streitleistungen beim Neubau geht. Wenn der Maurer pfuscht, kann der Bauherr zwar klagen, den Anwalt muss er aber selbst bezahlen. Deshalb rät Corinna Merzyn, Geschäftsführerin des Verbands privater Bauherren: „Alle Verträge sollten unbedingt vor dem Unterschreiben vom Versicherungsnehmer genau gelesen werden.“ Viele Bezeichnungen rufen beim Laien Vorstellungen hervor, die sie letztlich nicht erfüllen können. Und dann kommt das böse Erwachen. Bei all den Sorgen um das Äußere des Eigenheim-Traums darf aber sein Inhalt nicht vergessen werden. „Eine Hausratversicherung sollte man unbedingt abschließen – sonst steht man nach einem Sturm oder Brand wirklich vor dem Nichts“, sagt Münte. Ob kleinere Zusatzversicherungen wie zum Beispiel gegen Glasbruch sinnvoll sind, lässt sich nur individuell entscheiden. Grundsätzlich bewegen sich eventuelle Schäden in einem Bereich, den der Besitzer in der Regel selbst bezahlen kann. Hat er jedoch eine komplett verglaste Außenwand, ein Gewächshaus und ballversessene Kinder, kann sich auch diese Investition schnell auszahlen. Und schließlich gelte, so Rudolf Stürzer, am Ende doch immer: „Wenn der Schaden erstmal da ist, stellt sich heraus, dass die Versicherung sinnvoll war – oder gewesen wäre.“ Weitere Informationen: Verband privater Bauherren: bundesweite Beratung und Betreuung von Hausbauern und -besitzern, Telefon: 030/ 2789010.     im Netz Homepage  Verband privater Bauherren Artikel drucken Artikel empfehlen Kontakt zur Redaktion Quelle:: Sueddeutsche.de
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